Ghana 1 – Über Angst und Ehrlichkeit

Über Angst & Ehrlichkeit

Was sind die wichtigen Dinge im Leben? Ist es Geld? Ein Job? Ein Traumhaus? Was ist Glück für Dich? Welche Träume hast Du? So ein Aufenthalt in Ghana lässt einen schon ins Grübeln kommen. Afrika hat mir gezeigt, auf was es im Leben ankommt. Es ist nicht Geld, oder eine erfolgreiche Karriere. Es sind die Menschen, Freunde und Familie, es sind die Momente, in denen man lacht, in denen man Zeit hat zu leben.

Auf eine Afrikareise kann man sich nicht vorbereiten. Man liest viel, man hört viel. Aber es hautnah zu erleben ist etwas ganz anderes. Beängstigend und aufregend zugleich. Ich konnte dem Zauber des Unbekannten nicht widerstehen und stieg also am 15.8.2014 in den Flieger Richtung Accra, Ghana.

Die ersten Eindrücke in Ghana waren zwiespältig. Ich dachte immer ich sei offen und aufschlüssig für Neues. Aber wenn wir ehrlich sind, ist immer eine gewisse Angst dabei. Unbekanntes ist eben sowohl aufregend als auch unberechenbar. Und genau das ist das Schöne daran. Der Reiz Großartiges zu erleben und Atemberaubendes zu sehen.

Wir kamen also spät abends in Accra an, der Hauptstadt Ghanas. Wir schliefen eine Nacht im „Agoo Hostel“ - ein sehr schönes und auch „sauberes“ Hostel. Es gab auch Wlan, was meinen Eltern recht gefiel, denn die mussten wieder einmal meiner unersättlichen Reiselust standhalten. Die ersten Eindrücke waren sehr unterschiedlich. Zum Einen ist man total geflashed von dieser neuen Kultur, die nicht auf Verkehrsregeln achtet, in der die Hygienestandards andere sind und in der Armut ein täglicher Begleiter ist. Zum Anderen ist man so aufgeregt und neugierig. Was kommt als nächstes? Welche Erfahrungen mache ich? Was sind das für komische Toiletten? Aber dazu später mehr.

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Die erste Nacht war sehr heiß. Ich konnte kaum schlafen, das lag aber daran, dass ich ständig Angst vor den Mosquitos hatte. Ich wollte nicht gestochen werden, deswegen habe ich mich unter der gesamten Decke verkrochen. Das geht aber nur eine Weile lang gut, denn irgendwann braucht man wieder neuen Sauerstoff.

Wir standen also am nächsten Morgen auf und machten uns auf den Weg zum Flughafen. Es ging weiter nach Tamale in den Norden. Ich fliege in einem Airbus schon ungern, aber noch weniger mag ich Propellerflugzeuge für ca 20 Personen. Angefangen hat es damit, dass wir unser Gepäck selber zum Flugzeug bringen mussten. Im Flugzeug sitzend kamen dann die ersten Zweifel. Warum ist das Flugzeug nur halb voll? Wieso sieht die Stewardess so ängstlich aus? Hier wusste ich dann erst, worauf ich mich wirklich eingelassen habe. Ich hätte gemütlich 12h im Bus sitzen können, aber nein, ich entscheide mich für einen 1-stündigen afrikanischen Flug. Wenn du oft in einem großen Airbus fliegst kommt dir ein so kleines Propellerflugzeug einfach so unsicher und gefährlich vor. Es war nicht nur sehr laut im Inneren, sondern es stank auch komisch. Nachdem wir unseren Snack bekamen (siehe unten), versuchte ich mich mit einem Buch abzulenken. Das klappte gut, bis wir (natürlich) Turbulenzen hatten. Und in einem kleinen Flugzeug wirkt das alles noch viel dramatischer. Ich hatte wirklich Angst. Vielleicht habe ich auch etwas übertrieben und bin empfindlich was Höhe betrifft, aber ich hatte wirklich Angst.

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Wir kamen zum Glück gut an. Alle meine Mitreisenden waren zwar etwas blasser als zuvor, aber alles ist gut gegangen. In Tamale angekommen, erholten wir uns vom Flug und spazierten durch eine neue Gegend. Willkommen in Afrika.

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Großartiges sehen und Atemberaubendes tun.

WL

One Reply to “Ghana 1 – Über Angst und Ehrlichkeit”

  1. Deine Angst in der Propellermaschine kann ich gut nachvollziehen. Wenn man bedenkt, dass viele afrikanische Airlines auf der Blacklist sind und nicht mal Europa anfliegen dürfen…

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