Ghana 2 – Lockruf der Welt

Ich kann Euch genau sagen, mit welchen Erwartungen ich nach Afrika ging. Ich wollte einfach etwas ganz anderes. Ich wollte wissen, wie es wirklich ist. Man hört ja viel. Und deswegen wollte ich mir selber ein Bild machen. Von Afrika und den Menschen. Es war ein Lockruf der Welt.

Ich schlief in der ersten Nacht nicht sehr viel. Es war laut, sehr dreckig und ich hatte weder einen Polster noch eine Decke. Da mir aber kalt war, musste ich also mit einer Jacke schlafen. Wollte man aufs Klo gehen, musste man raus aus dem Zimmer und einen Stock tiefer gehen. Fällt dir unten dann ein, dass du das Klopapier vergessen hast (Es gab keines auf diesen Toiletten), wiederholte sich das Ganze.

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Hier stand ich also nun, übermüdet und ausgelaugt in Tamale, einer dreckigen, lauten Stadt. Da das Erlebnis des Flugs alleine nicht reichte, kam jetzt noch ein gewaltiger Kulturschock hinzu. Ich wusste grundsätzlich ja, worauf ich mich einlasse. Es ist eben nicht Europa, sondern tiefstes Afrika. Aber dass es einen für den ersten Moment so aus den Bahnen wirft, hätte ich niemals geahnt. Zum Einen ist es nicht nur sehr laut auf Grund der vielen Autos und Mopeds, sondern auch der Abgasgestank ist so penetrant, dass ich ihn heute noch riechen kann. Der Verkehr ist sowieso etwas ganz spezielles. Gehupt wird wann immer es geht, Helme sind ein Fremdwort und an Regeln hält sich keiner. Kinder spielen vergnügt neben den völlig überfüllten Straßen. Wir als sicherheits-fanatische Europäer waren natürlich völlig überfordert. In Ghana ist es eben anders. Und das ist auch gut so. Die Straße ist Treffpunkt, Markt und Verkehrsmittel zugleich.

Nachdem wir vom Ausflug durch die Stadt zurückkamen, waren wir hungrig und suchten uns irgendetwas typisch Afrikanisches. Bald war auch ein Restaurant gefunden worden und wir bestellten alle Joloff. Ein typisch ghanaisches Gericht: Reis mit Gemüse & Salat. Manchmal gibt’s auch Hühnchen dazu. Und es war köstlich! Da saßen wir also nun: Mitten in Afrika in einem kleinen Restaurant mit den Fingern essend. Langsam fingen wir an uns an die neue Umgebung zu gewöhnen und vom einen Moment auf den anderen war Ghana nicht mehr ein dreckiges, chaotisches Land, sondern ein neues Abenteuer. Ein vielfältiges, aufregendes und großartiges Land.

Kakao to go
Kakao to go

Joloff
Joloff

Zum Abschluss noch ein paar Bilder – lehn' dich zurück und genieße die ersten Eindrücke in Ghana:

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Großartiges sehen und Atemberaubendes tun.

WL

 

 

 

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