Ghana 3 – Hast du Angst vor dem Elefant

Eine Afrika-Reise wäre keine Afrika-Reise ohne Safari. Und so machten wir uns nach ein paar Tagen Tamale weiter nach Mole. Die Trotro-Fahrt dauerte 2,5 Stunden. Trotos heißen übrigens die kleinen Busse in Ghana. Das heißt aber nicht unbedingt, dass nicht 20 Leute, 3 Hühner und ein Schaf mitfahren könnten.

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Der Mole-Nationalpark ist als erstes Tierreservat des Landes 1971 gegründet worden. Das Hostel dort war im Vergleich zum Hostel in Tamale sehr luxuriös. Es war den Umständen entsprechend sauber und es gab Decken und Polster. Auf den Toiletten gab es Klopapier, aber noch immer kein fließendes Wasser. Ja, Ihr könnt es euch nun bildlich vorstellen: Du sitzt auf der Toilette und erledigst dein Geschäft, stehst dann auf um den Kübel voller Wasser zu holen und schüttest es händisch ins Klo. Ich fands wirklich geil :D. Genau das wollte ich. Pures Afrika. Und das bekam ich auch. Ich war schon als Kind eine Schlamm-Springerin und Baumhaus-Bewohnerin, also fand ich auch Duschen aus einem Kübel nicht schlimm. Du stellst dich wie gewohnt in die Badewanne und duscht dich. Es kommt aber kein Wasser aus den Leitungen, die zwar vorhanden sind, aber nicht funktionieren, sondern du nimmst das Wasser aus dem großen Kübel und wäscht dich.

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Im roten Fass ist Wasser, mit dem Blauen Kübel wäscht man sich 😉

Der beige Kübel fürs "Runterspülen" ;-)
Der beige Kübel fürs "Runterspülen" 😉

Zurück zum Nationalpark. Hier der Ausblick vom Hostel auf den Park, der alles wett macht:

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Wir mussten früh aufstehen für die Safari. 6:15 war Tagwache. Als Frühstück gab es Omlette, gesalzene Butter und Tee. Die Safari war richtig cool. Wir fuhren natürlich auch mit so einem Safari-Truck. Wie im Film. Es war herrlich.

Wir sahen viele Antilopen, Wasserböcke und Termiten-Bauten. Das coolste kam zum Schluss: Wir stiegen vom Truck ab und gingen eine Weile zu Fuß. Unser Guide stoppte an einem Wasserloch und zeigte uns einige darin schwimmende Krokodile. Ein Stückchen weiter war dann eine Elefanten-Herde. Eine ELFANTEN-HERDE! Also so richtig in freier Wildbahn – wie cool ist das? Ich steh voll auf Elefanten, deswegen habe ich auch tausend Fotos gemacht. Ich habe aber in meiner Euphorie nicht bemerkt, dass sich die Herde auf uns zu bewegte. Plötzlich meinte unser Guide, wir sollen uns ganz langsam rückwärts bewegen, um sie nicht noch mehr zu verärgern. Dramatisch wie sich das anhört war es auch. Die Lage entspannte sich aber, als die Elefanten stehen blieben und weiter-fraßen.

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Am Nachmittag stand der Besuch in Larabanga am Plan. Die Fahrt dorthin war wie immer sehr aufregend und lustig. Das ist der Grund:

Bekannt ist das Dorf durch seine alte Moschee, welche 1421 errichtet worden sein soll. Sie enthält eine sehr alte Ausgabe des Koran. Diese Moschee ist die Älteste in ganz Afrika. Nicht-Muslime dürfen sie nicht betreten. Von Außen sieht sie wirklich außergewöhnlich aus:

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Die Stimmung kippte plötzlich, als meine Freundin uns mitteilte, dass ein Kind gerade versuchte in ihre Tasche zu greifen. Da das Dorf von vielen Touristen besucht wird, waren die Kinder – warum auch immer – sehr aufdringlich. Die Lage spitzte sich zu, als sehr viele Einwohner des Dorfes kamen und uns bedrängten. Vielleicht haben wir hier etwas falsch interpretiert, aber uns war die Situation unangenehm und wir suchten schnell eine große Straße im Dorf. Die Kinder liefen uns noch lange hinterher, bis wir uns schließlich zu weit dem Dorf entfernten. Da standen wir nun. Irgendwo in Ghana in der Mittagshitze bei 38°C.

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Wie geht’s weiter? Werden wir vom Löwen gefressen? Oder übernachten wir im Freien?

 

Großartiges sehen und Atemberaubendes tun.

WL

 

 

 

 

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