4167 Meter – Der Djebel Toubkal

Der erste Tag startete um 6:30, denn um 7:15 ging es los mit einem Auto nach Imlil, der letzten Stadt im Atlasgebirge auf 2000m. Die Sonne war bereits sehr stark, trotzdem sollte es kalt werden. Wir starteten nach einem guten Frühstück Richtung Refuge Camp.

Der Weg war kaum anstrengend, nur die Sonne schien sehr stark. Nach sechs Stunden Gehzeit kamen wir durchschwitzt und erschöpft auf 3000m Höhe an. Das Refuge Camp ist sehr einfach aber ausreichend für eine Nacht. Zu essen bekamen wir lecker Spaghetti, dann ging es auch schon ins Bett, denn der Tag morgen startete um 5:00. Zum Glück konnten wir uns Schlafsäcke ausborgen, denn es wurde ziemlich kalt in der Nacht. Ich konnte leider nicht wirklich schlafen, ich war einfach ziemlich aufgeregt wegen der Besteigung des größten Berges in Nordafrika am nächsten Tag.

 

Als der Wecker um 5:00 läutete war ich schon längst wach. Ich packte meine Sachen und traf mich mit den beiden anderen Leuten, die mit mir diese Tour machten. Beide hatten am Abend zuvor leichte Kopfschmerzen, also beschlossen sie, nicht bis zum Gipfel mitzugehen. Denn auch wenn es "nur" 3000m waren, man merkt doch einen Unterschied beim Atmen. Also war ich alleine, bzw ich und der Guide. Ich band mir meine Schuhe, packte genug Wasser ein und machte mich um 5:30 auf den Weg zum Gipfel.

Es war die anstrengendste und beste Gipfelbesteigung in meinem Leben. Ich war ein paar Mal wirklich am Limit, konnte kaum mehr atmen und wollte umkehren. Aber in solchen Momenten muss man sein Ziel vor den Augen behalten. Und mein Ziel waren 4167m. Also kämpfte ich sowohl mit 60% Sauerstoff als auch mit Erschöpfung. Und ich habe es geschafft und kam nach 2,5 Stunden oben an. Oben erzählte mir mein Guide, dass wir sogar relativ schnell waren - das machte mich natürlich doppelt stolz. Und sobald du das Gipfelkreuz berührst, vergisst du all die Schmerzen und Sorgen und bist einfach nur stolz auf dich selber. Stolz, dass du es trotz Sauerstoffmangel und Schmerzen in den Beinen auf den höchsten Berg Nordafrikas geschafft hast. Man kann dieses Gefühl leider nicht beschreiben. Es ist unglaublich. Ein vollkommener Moment.

Nach 45 Minuten puren Glückes am Gipfel beschlossen wir wieder ins Camp zurück zu gehen. Den anderen war der Neid ins Gesicht geschrieben, als ich ihnen erzählte, dass ich es wirklich getan habe. Ich zeigte ihnen stolz ein paar Bilder, dann gingen wir wieder zurück nach Imlil . Dort durften wir bei unserem Guide Zuhause schlafen. Seine Mutter bereitete uns Couscous und sobald es nicht mehr ganz so unhöflich war, ging ich ins Bett. Denn ich war mehr als erschöpft. Aber es war ein gutes (wenn nicht sogar geiles) erschöpft sein.

 

 

Großartiges sehen und Atemberaubendes tun.

WL

 

 

 

4 Replies to “4167 Meter – Der Djebel Toubkal”

  1. […] in der Sahara, Erg Chebbi. Auf den Geschmack gekommen? Dann lies hier meine Blogposts über die Besteigung des höchsten Berges Nordafrikas oder die […]

  2. […] Ob wandern im Atlasgebirge oder in der Wüste übernachten – Marrakesch ist DER Ausgangspunkt für Ausflüge dieser Art. Und wie oft hat man die Chance auf einem Kamel zu reiten, oder den höchsten Berg Nordafrikas zu besteigen? […]

  3. Christian Bogner sagt: Antworten

    Hallo,
    wann warst Du unterwegs? Ich meine welches Monat?
    LG
    Christian

    1. Hallo Christian!
      Ich war Juli & August dort – perfekt um zu Wandern! Früher oder später liegt nämlich Schnee und das macht den Aufstieg noch schwerer. Außerdem rate ich Dir genug warme Kleidung mitzunehmen, denn auch wenn es in Marokko untertags 40°C haben kann, im Atlas Gebirge ist es ziemlich kalt!

      Liebe Grüße,
      Alexa

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